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Ob die Strahlen-Technologie künftig für das Recycling von Plastik genutzt wird, bleibt abzuwarten. Bislang spielen die Gamma-Strahlungen weder in der Recycling-Forschung noch in der Praxis eine Rolle. Auf den Philippinen sollen bald erste Tests anlaufen, unterstützt von der IAEA. Eine Nutzung als Plastik-Killer würde der weltweiten Atomindustrie ein lukratives Geschäftsfeld verschaffen.
Bislang können Kunststoffe durch verschiedene Recyclingmethoden wiederverwertet werden, wobei die Wahl des Verfahrens von der Kunststoffart und dem Verschmutzungsgrad abhängt. Die wichtigsten Methoden im Überblick:
Mechanisches Recycling
- Ablauf: Kunststoffabfälle werden gesammelt, sortiert, zerkleinert (zu Flakes), gewaschen und anschließend eingeschmolzen, um Granulat (Rezyklat) herzustellen. Dieses dient als Rohstoff für neue Produkte, ohne dass die chemische Struktur verändert wird.
- Vorteile: Besonders klimafreundlich und effizient, insbesondere bei sauberen, sortenreinen Kunststoffen wie PET, HDPE oder LDPE.
- Herausforderungen: Verunreinigte oder gemischte Kunststoffe sind schwieriger zu verwerten, was die Qualität des recycelten Materials beeinträchtigen kann.
Chemisches Recycling
- Ablauf: Kunststoffe werden in ihre chemischen Grundbausteine zerlegt.
- Wichtige Verfahren sind: Depolymerisation, also die Zerlegung von Polymeren in ihre Monomere. Pyrolyse: Die Thermische Zersetzung ohne Sauerstoffzufuhr zur Gewinnung von Heizöl oder Chemikalien. Solvolyse: Die Aufspaltung von Polymeren mithilfe von Lösungsmitteln. Und die Vergasung, also die thermische Umwandlung in Synthesegas.
- Vorteile: Ermöglicht das Recycling stark verschmutzter oder gemischter Kunststoffe und die Herstellung hochwertiger neuer Materialien.
- Herausforderungen: Hoher Energieverbrauch und komplexe technische Prozesse machen es weniger nachhaltig als das mechanische Recycling.
Enzymatisches Recycling
- Ablauf: Spezielle Enzyme zerlegen Kunststoffe wie PET in ihre Ausgangsstoffe
- Vorteile: Umweltfreundlich, energieeffizient und ermöglicht eine schnelle Wiederverwertung.
- Herausforderungen: Noch nicht ausgereift und nicht für alle Kunststoffarten geeignet.
Energetisches Recycling
- Ablauf: Kunststoffabfälle werden verbrannt, um Energie zu gewinnen (thermische Verwertung).
- Vorteile: Kann auch stark verschmutzte Kunststoffe verwerten.
- Herausforderungen: Keine geschlossene Kreislaufwirtschaft, da die Materialien verloren gehen und CO2-Emissionen entstehen.
Das mechanische Recycling ist derzeit die bevorzugte Methode, während chemische und enzymatische Verfahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Energetisches Recycling bleibt eine Lösung für Fälle, in denen keine andere Verwertung möglich ist. Vielleicht lösen Gamma-Strahlen das Verbrennen von Plastikabfällen aber irgendwann ab.
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