30 Jahre "Star Wars: Dark Forces": Möge der Blaster mit dir sein!

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Ende 1993 veränderte id Software mit "Doom" die Spielewelt für immer, in mehr als einer Hinsicht. Denn nicht nur definierte man damit den Begriff "Action" komplett neu, auch ging die Firma von Anfang an mit offenen Armen auf die Modding-Community zu. Und welche Mod war wohl kurz nach Erscheinen von "Doom" extrem populär? Logisch: Star Wars. Vertraute Texturen, vertraute Sprites, vertrautes Blastergezische. Das konnte LucasArts natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und so erschien nach zweijähriger Entwicklungszeit im Frühjahr 1995 "Star Wars: Dark Forces" – und sollte das spielbare Star-Wars-Universum für immer verändern.

Stop, rebel scum!

"In Your Face Star Wars Action" – das ist mal ein Motto, oder? "Get up close and personal with the deadliest stormtroopers and most vile aliens ever in LucasArts Entertainment Company’s first-person action/adventure Dark Forces." – konnte sich ein Spielefan, der damals quasi automatisch auch in Star Wars verliebt war, eigentlich mehr wünschen?

Die meisten Star-Wars-Spiele konzentrieren sich auf die guten, tugendhaften Jedi. Dabei ist die dunkle Seite doch die viel interessantere, wie nicht zuletzt "TIE Fighter" im Jahr 1994 überdeutlich bewiesen hat. Aber natürlich sollte auch in "Dark Forces" ursprünglich Luke Skywalker die Hauptfigur sein. Die Entwickler mussten allerdings feststellen, dass sich diese Entscheidung nur sehr schlecht mit dem vorhandenen Star-Wars-Universum verbinden ließ. Also erschuf man einen neuen Charakter: Kyle Katarn. Der war ursprünglich überzeugter Offizier des Imperiums, nachdem seine Eltern von den Rebellen ermordet wurden. Zumindest wurde ihm das gesagt. Als er jedoch herausfand, dass das Ganze eine Lüge war und das Imperium hinter der heimtückischen Tat steckte, wandte er der Vader-Truppe den Rücken zu und verdingte sich fortan als neutraler Söldner. Der erste Auftrag von "Dark Forces" ist dann auch gleich einer der für die Rebellen bedeutsamsten: Senatorin Mon Mothma bittet Kyle, die Baupläne des so genannten "Todessterns" zu klauen – was auch immer das für ein Ding sein soll …

Dieser Einstieg ist allerdings nur eine Art Fingerübung für Kyle, denn schon nach kurzer Zeit hat er eine deutlich wichtigere Mission: Die Wahrheit über die sogenannten "Dark Trooper" herauszufinden, einer neuen Eliteeinheit des Imperium, von denen schon eine Handvoll ausreicht, um einen Planeten in Schutt und Asche zu legen. Die Dark Trooper klingen anfangs nur wie Schauermärchen, aber Kyle deckt schnell auf, dass dieser spezielle Albtraum tatsächlich existiert und für die Rebellion eine viel größere Gefahr darstellt als der Todesstern.

Das imperiale Luxusleben

Die Geschichte von "Dark Forces" wird vor allem zwischen den Missionen in kurzen, krude animierten Comic-Zwischensequenzen sowie sehr viel Text weitergeführt. Das ist wirklich nicht besonders aufregend dargestellt, und vor allem ist es auch nicht sonderlich viel: Kein Wunder, denn die gesamten Spieldaten auf der CD umfassen gerade mal 71 Megabyte. Sehr verwunderlich, gerade bei einer Firma wie LucasArts, die das Pompöse und Gigantomanische ja bereits im Namen trägt.

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"Star Wars: Dark Forces" wird 30 Jahre alt (11 Bilder)

Tod dem Imperium! Lang leben die Rebellen! Mit Dark Forces wurde im Star-Wars-Universum endlich mal handfest für Ordnung gesorgt. (Bild:

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Nichtsdestotrotz ist das Spiel voller Fanservice, von der ersten Sekunde an fühlt man sich hier als Teil des legendären Universums. Und das, obwohl die üblichen Verdächtigen dem Spiel fernbleiben: Kein Luke Skywalker, kein Han Solo, kein Chewbacca, keine Prinzessin Leia. Und auch kein Lichtschwert – denn das kam erst im Nachfolger "Jedi Knight" zum Einsatz. Stattdessen gibt es Mon Mothma, die Aufträge erteilt. Darth Vader, der den röchelnden Superschurken gibt. Jabba The Hutt, der einen seinem bissigen Kell-Drachen zum Fraß vorwirft. Oder Boba Fett, der einen sehr veritablen Bossgegner abgibt. All das begleitet vom legendären John-Williams-Soundtrack, der auch als MIDI-Version immer noch phänomenal klingt, ergänzt um hervorragende Zusatzkompositionen aus der Feder von LucasArts-Hausmusiker Clint Bajakian. Relevante Figuren wie Kyle Katarn oder General Mohc haben ihre eigenen Themen, die dank iMuse-System auch immer nahtlos von Stück zu Stück ineinander übergehen.

Das absolute Akustik-Sahnehäubchen gibt’s aber mit den Effekten und der Sprachausgabe, denn beides ist zum größten Teil direkt aus den Filmen übernommen. Alle Blaster blastern genauso, wie man es aus dem Kino kennt, der legendäre "Wilhelm Scream", der unter anderem in allen drei ursprünglichen Filmen zur Anwendung kam, sorgt auch im Spiel für breites Grinsen. Und die Gegner begrüßen einen auch schon mal mit Sprüchen wie "You’re in violation of imperial law!" – in der einen Monat nach der Ursprungsveröffentlichung erhältlichen deutschen Fassung dann entsprechend auch auf Deutsch ("Sie verstoßen gegen imperiale Gesetze!")