>Deutschland ist eine Nation mit fotografischem Erbe. Doch wie viele Kamerahersteller und Fotoausrüster produzieren in Zeiten der Globalisierung überhaupt noch hierzulande? Wir haben uns auf Spurensuche begeben.
Wenn man an Fotografie „Made in Germany“ denkt, fallen einem sofort große Namen wie Leica, Zeiss oder Rollei ein. Diese Traditionsmarken stehen seit jeher für Innovation und Präzision. Doch während viele andere Firmen ihre Produktion längst ins Ausland verlagert haben, hält eine ganze Reihe deutscher Unternehmen eisern am Herstellungsstandort Deutschland fest.
Dabei reicht die Bandbreite von Edelkameras über Objektive und Stative bis hin zu Spezialprodukten wie Filtern, Labortechnik oder Studioblitzen. Eines haben sie alle gemeinsam: den Glauben an Qualität, Langlebigkeit und Service. Denn „Made in Germany“ ist für sie mehr als ein Werbeversprechen – es ist gelebte Firmenphilosophie.
Natürlich sind die Zeiten riesiger Werke mit Fließbandproduktion vorbei. In jüngster Zeit mussten namhafte Unternehmen wie Tetenal, Heliopan, Metz Mecatech oder ewa-marine aufgeben. Der Photoindustrie-Verband löste sich Ende 2024 auf. Doch „Made in Germany“ geht weiter. Heute dominieren kleine Manufakturen und Mittelständler. Viele fertigen in Kleinserie oder Handarbeit. Der Großteil der Wertschöpfung findet dabei in Deutschland statt, teilweise mit regionalen Zulieferern.
Solch konsequente Nähe ermöglicht schnelle Kommunikationswege, flexible Anpassungen und strenge Qualitätskontrolle. Die Kunden honorieren das, auch wenn die Produkte teurer sind als die Konkurrenz aus Fernost. Für viele Fotografen ist es schlicht beruhigend zu wissen, dass ihr Equipment nicht von anonymen Händen irgendwo auf der Welt gefertigt wurde.
Spezialisten statt Massenproduktion
Neben den bekannten Platzhirschen gibt es viele kleine Spezialisten, die sich mit Enthusiasmus ihrer Nische widmen. Zum Beispiel Berlebach mit Stativen aus heimischem Eschenholz, Eddycam mit Kameragurten aus Elchleder oder Oberwerth mit handgefertigten Ledertaschen. Sie alle eint die Leidenschaft fürs Analoge in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Klar, leicht haben es die deutschen Hersteller nicht. Sie kämpfen mit Kostendruck, Fachkräftemangel und viel Bürokratie. Manche mussten Insolvenz anmelden oder wurden von größeren Firmen geschluckt. Doch wer sich fokussiert und flexibel bleibt, hat gute Chancen. Die Nachfrage nach individuellen Qualitätsprodukten steigt. Zudem punkten viele mit industriellen Anwendungen außerhalb des schrumpfenden Fotomarkts.
Und die Zukunft? Die liegt in Hightech und Handarbeit zugleich. Viele Hersteller kombinieren modernste Präzision mit traditionellem Können. Sie setzen auf nachhaltige Werte wie Reparierbarkeit und Langlebigkeit. So wird aus „Made in Germany“ weit mehr als ein Qualitätssiegel – es wird zum Versprechen an eine Generation, die bewusster konsumieren will.
Bild 1 von 14c't Fotografie 2/2025 (14 Bilder)

Portfolio Paloma Rincón
Weitere Themen der Ausgabe
Canon EOS R1: Die neue Flaggschiffkamera. Die EOS 1 ist seit der analogen Ära das Flaggschiff von Canon und war eine der ersten Kameras, die den Übergang in die digitale Welt vollzogen. Mit der EOS R1 hat Canon nun endlich den Spiegel abgeschafft. Die EOS R1 ist perfekt für alle, die keinen Moment verpassen wollen. Sie liefert eine extrem hohe Serienbildgeschwindigkeit und einen rasanten und präzisen Autofokus. Außerdem bietet sie einen großen, detaillierten Sucher und genügend Reserven, um auch bei wenig Licht eine gute Bildqualität zu liefern.
Diese Profikamera, die in der gleichen Liga wie die Sony A1 und Nikon Z9 spielt, repräsentiert Spitzentechnologie und zeigt, was heute möglich ist. Zentrales Element ist der 24-Megapixel-Stapelsensor, der extrem schnelle Auslese- und Auslösezeiten (bis zu 1/64.000 Sekunde) ermöglicht und den Rolling-Shutter-Effekt reduziert.Gebrauchte Festbrennweiten an Canon und Nikon adaptieren. Seit spiegellose Kameras den Fotomarkt dominieren, sinken die Preise für gebrauchte Objektive, die für Spiegelreflexkameras ausgelegt sind. Für bewusste Käufer ist dies jedoch besonders attraktiv. Es gibt sowohl tolle Schnäppchen als auch (oft überteuerte) Sammlerstücke zu erwerben. Doch welche Festbrennweiten sind heute noch ihr Geld wert? Oder vielleicht sogar besonders schön, was die Bildwirkung angeht? Dieser Artikel geht diesen Fragen für Canon- und Nikon-Kameras nach und betrachtet dabei nur Objektive der Originalhersteller.
Photoshop-Filter für Fotografen. Die Liste der Photoshop-Filter ist lang, aber dieser Artikel konzentriert sich auf Filter, die für Fotografen interessant sind, nach einer Übersicht über die umfangreiche und manchmal exotische Sammlung von Filtern. Viele von ihnen eignen sich eher für Illustrationen und sind nun in der Filtergalerie zusammengefasst. Diese bietet ein gemeinsames Bearbeitungs- und Vorschaufenster für verschiedene Kunst-, Zeichen-, Mal- und illustrative Strukturierungs- oder Verzerrungsfilter, die auch miteinander kombiniert werden können. Eine zunehmende Rolle spielt die künstliche Intelligenz, die gerade für Fotografen zahlreiche Erleichterungen bereithält.
Fotorucksäcke für jede Gelegenheit. Rucksäcke sind für viele Fotografen unerlässlich, um ihre Fotoausrüstung sicher und bequem zu transportieren. Sie bieten nicht nur Schutz, sondern auch eine bequeme Möglichkeit, alles Notwendige zu transportieren. Bei der Auswahl eines Fotorucksacks spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Fassungsvermögen, Inneneinteilung, Zugriffsmöglichkeiten, Tragekomfort und natürlich der Preis. Es kommt auch auf den Fotografen und seine jeweilige Reisesituation an. Ein Straßenfotograf, der einen Tag lang mit der Kamera unterwegs ist, braucht nur einen kleinen Rucksack. Natur- oder Landschaftsfotografen, die mehrere Tage durch die Alpen wandern und verschiedene Kameras und Objektive mitnehmen wollen, sollten sich dagegen nach einem Rucksack mit einem Fassungsvermögen von 30 Litern oder mehr umsehen.
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