Private Krankenversicherung: Das müssen Sie wissen

2025 ist die Krankenversicherung nicht nur für fast alle gesetzlich Versicherten viel teurer geworden. Auch wenn Sie bei einer privaten Krankenversicherung (PKV) sind, zahlen Sie jetzt vermutlich deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

Laut PKV-Verband sind die Beiträge für zwei Drittel aller Versicherten gestiegen – und zwar drastisch, im Schnitt um 18 Prozent. Aus beispielsweise 700 Euro Monatsbeitrag wurden im Schnitt also gut 825 Euro. Und aus der Finanztip-Community wissen wir: Manche Versicherer verlangen sogar bis zu 40 Prozent mehr als 2024.

Maximaler GKV-Beitrag steigt weniger

Das ist heftiger als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), zeigt unser Vergleich mit dem dort maximal möglichen Beitrag. Denn GKV-Beiträge fallen nur auf Ihr Einkommen bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze an.

2025 liegt diese Grenze bei 66.150 Euro Jahresbrutto. Mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent können es deshalb maximal rund 943 Euro GKV-Beitrag im Monat sein. 2024 waren es noch maximal rund 844 Euro. Das entspricht einem Anstieg von ca. 12 Prozent – also weniger als der PKV-Schnitt.

Sind Sie angestellt, teilen Sie sich die Summe mit Ihrem Arbeitgeber. Sind Sie selbstständig und freiwillig in der GKV, zahlen Sie den vollen Betrag allein. Das macht einen großen Unterschied dabei, ob bzw. wie viel günstiger Sie mit einer PKV wegkommen.

Zum Vergleich: Durchschnittlich zahlen Privatversicherte laut Verband 2025 etwa 623 Euro im Monat. Im Vergleich zu einem Selbstständigen mit maximalem GKV-Beitrag spart das also gut 300 Euro, verglichen mit einem Angestellten liegt der Vorteil nur noch bei rund 150 Euro. Beides brutto, nach Steuern schmilzt der Vorteil weiter.

Deutlich günstiger ist die PKV für Verbeamtete. Sie zahlen oft sogar nur rund 270 Euro Monatsbeitrag. Denn bei ihnen übernimmt der Staat als sogenannte Beihilfe mindestens 50 Prozent der Gesundheitskosten.

Der in diesem Jahr stärkere Beitragsanstieg für die meisten Privatversicherten zeigt aber schon: Eine Garantie für dauerhaft günstigere Beiträge bietet die PKV nicht. Gegen steigende Beiträge können Sie dort aber etwas tun.

So senken Sie Ihren PKV-Beitrag

Sind Sie privatversichert, wollen es auch bleiben und sind 2025 von einer starken Erhöhung betroffen, haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihren Beitrag zu senken:

  • Risikozuschläge prüfen : Falls Sie bei Abschluss Ihrer PKV Vorerkrankungen angegeben haben, die sich inzwischen gebessert haben, können Sie die Zuschläge auf Ihren Beitrag dafür reduzieren oder streichen lassen.
  • Selbstbehalt hochsetzen : Vereinbaren Sie, dass Sie die Kosten für Behandlungen oder Medikamente bis zu einem bestimmten Betrag selbst tragen wollen, sinkt dafür Ihr Beitrag. Übertreiben Sie es dabei aber nicht: Oft können Sie den Selbstbehalt ohne neue Gesundheitsprüfung nicht wieder reduzieren. Das kann Ihnen auf die Füße fallen, wenn Sie im Alter höhere Gesundheitsausgaben haben.
  • Tarifwechsel innerhalb Ihrer PKV : Das kann eine sehr lohnende Option sein. Sie können bei Ihrem Versicherer nachfragen, ob es einen ähnlichen oder nur minimal schlechteren Tarif für Sie gibt, der deutlich günstiger ist. Die extremste Form davon ist ein Wechsel in den Standard- oder Basistarif Ihrer PKV. Das sollte aber Ihre letzte Option sein, denn hier sind die Leistungen meist schlechter.

Gleich ganz den Versicherer wechseln sollten Sie aber höchstens, wenn Sie noch jung und gesund sind. Sonst verlieren Sie zu viele wertvolle Rückstellungen, die im Alter die steigenden Beiträge zumindest etwas abfedern.

Ist die Erhöhung überhaupt rechtmäßig?  

Außerdem ist nicht jede Erhöhung rechtlich erlaubt. Wann es Sinn ergibt, sie von einer Kanzlei überprüfen zu lassen, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Beitragserhöhungen . Wir empfehlen dafür die Kanzleien Pilz Wesser und Partner sowie Kraus Ghendler Ruvinskij oder Rechtsanwalt Dr. Fiala.  

Und ein Wechsel zurück in die GKV?  

Das funktioniert nur unter bestimmten Bedingungen. Ab 55 Jahren ist es generell fast unmöglich. Sind Sie jünger, müssen Sie ebenfalls diverse Voraussetzungen erfüllen. Selbstständige müssen zum Beispiel wieder zurück in ein Angestelltenverhältnis und Angestellte ihr Gehalt unter die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze reduzieren. 2025 sind das 73.800 Euro Jahresbrutto.

Ist der Wechsel bei Ihnen möglich und Sie entscheiden sich für die GKV, empfehlen wir Ihnen in unserem Krankenkassen-Vergleich die HKK, TK, BKK Firmus, Audi BKK und für junge Familien und Schwangere die Energie-BKK.  

Für GKV’ler: Jetzt in die PKV wechseln?  

Trotz aller Sparmöglichkeiten: Schon die ebenfalls starken Beitragserhöhungen in der PKV und der sehr komplizierte Wechsel zurück in die GKV zeigen klar, dass Sie über einen Wechsel in die PKV sehr gründlich nachdenken sollten.

Deshalb hier nochmal die wichtigsten Voraussetzungen, die Sie erfüllen sollten. Denn auch wenn Sie Vorteile wie schnellere Termine und Chefarztbehandlung haben, empfehlen wir den Wechsel in die PKV aus finanzieller Sicht nur, wenn ...

  • Sie dauerhaft gut verdienen oder Vermögen haben

Denn das Wichtigste ist, dass Sie sich die Beiträge langfristig, vor allem im Alter, leisten können. Sind Sie angestellt, sollten Sie sich also Gedanken machen, wie sicher Ihr Job und Gehalt sind. 2025 dürfen Sie sowieso erst ab einem Jahresbrutto von 73.800 Euro in die PKV.

Sind Sie selbstständig oder verbeamtet, spielt diese Grenze keine Rolle. Selbstständige sollten aber sicher sein, dass ihr Geschäft nachhaltig funktioniert – oder Vermögen haben, um Durchhänger zu überbrücken.

Für Verbeamtete ist die PKV wegen der hohen Jobsicherheit und hohen Zuschüsse vom Staat fast immer die bessere Wahl. Das gilt dann auch für ihre Kinder, für die der Staat sogar 80 Prozent der Kosten übernimmt – solange Kindergeld fließt.

  • Ihre Familienplanung abgeschlossen ist

Sind Sie in der PKV, müssen Sie Ihre Kinder normalerweise auch privat versichern – und extra zahlen. Eine kostenlose Familienversicherung ist nur dann möglich, wenn der andere Elternteil in der GKV ist und mehr verdient oder Sie nicht verheiratet sind.

Außerdem müssen Sie bei den meisten PKV-Tarifen in der Elternzeit Ihre Beiträge weiterzahlen. Sind Sie angestellt, fällt auch der PKV-Zuschuss Ihres Arbeitgebers von aktuell maximal rund 471 Euro pro Monat weg – Sie müssen ihn selbst zahlen.

Und dann gibt es in der PKV auch kein Kinderkrankengeld oder ähnliche Unterstützung. Insgesamt kommen Familien in der GKV also oft günstiger weg.

  • Sie höchstens 35-40 Jahre alt und gesund sind

Denn ein Teil Ihrer Beiträge fließt immer in die Rückstellungen fürs Alter. Dieses Geld sollte Ihre PKV über einen langen Zeitraum ansparen können. Muss sie das in kurzer Zeit schaffen, würde Ihr Beitrag sehr hoch ausfallen.

Außerdem ist Ihre Krankenakte in jungen Jahren vermutlich noch dünner. Auch das spart Ihnen hohe Beiträge und Risikozuschläge. Anders als bei der GKV gibt es vor Aufnahme in die PKV nämlich eine Gesundheitsprüfung.

So finden Sie die passende PKV

Wichtig: Wechseln Sie nicht einfach zu irgendeiner PKV, dafür ist das Angebot einfach zu unübersichtlich. Lassen Sie sich von einem guten Versicherungsmakler beraten. Wir empfehlen von Buddenbrock Concepts, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, BVLG - Beamtenversorgung leicht gemacht, Hoesch und Partner und das Fachzentrum Finanzen Dieter Homburg.  

Noch wichtiger: Lassen Sie sich nur zur Versicherer- bzw. Tarifauswahl beraten, aber nicht dazu, ob Sie überhaupt in die PKV sollten. Dazu können Sie von Maklerinnen und Maklern keine neutrale Einschätzung erwarten. Diese grundsätzliche Entscheidung sollten Sie vorab selbst treffen.

Das Original zu diesem Beitrag "Was Sie über die private Krankenversicherung wissen müssen" stammt von Finanztip.