Elias Arnold arbeitet als Zimmerer in Freiburg. Seine Liebe zum Handwerk entdeckte der 23-Jährige schon als Kind im Erzgebirge. „Ich habe schon zu Hause gelernt, alles selbst zu bauen“, erzählt er gegenüber dem „Spiegel“. Im Jahr 2015 haben seine Eltern ein altes Fachwerkhaus gekauft, das er zusammen mit seinen Brüdern renoviert hat.
Zimmerer Elias arbeitet in einer Vier-Tage-Woche und bekommt 2752,51 Euro
In einem Betrieb in Freiburg fand er schließlich seinen Weg zum Zimmermannsberuf. Die dreijährige Ausbildung konnte er wegen seines Abiturs in nur zwei Jahren abschließen. Heute arbeitet Elias in einer Vier-Tage-Woche und verdient 2752,51 Euro brutto im Monat. Davon kann er gut leben, wie er im "Spiegel" berichtet.
Elias berichtet in dem Hamburger Nachrichtenmagazin von den körperlichen Belastungen im Beruf: „Mit 23 habe ich Rückenschmerzen, Knieprobleme und eine kaputte Schulter.“ Die Arbeitsbedingungen seien oft sehr hart und mitunter schwere Verletzungen sind an der Tagesordnung. „Das kommt davon, wenn man den ganzen Tag schwere Balken trägt oder im Regen steht“, sagt der Zimmerer.
Elias möchte als Holzschutzgutachter arbeiten
Langfristig möchte er den Meistertitel erwerben und als Holzschutzgutachter arbeiten. Dieser Plan lockt ihn auch zurück in seine Heimat im Osten Deutschlands, wo er sich ein Leben mit Familie und Freunden vorstellen kann.
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Dafür ist Elias auch bereit, Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen. Man müsse „mehr auf sich selbst achtgeben“, sagt Elias dem „Spiegel“ und bestätigt damit einen Trend innerhalb seiner Altersgenossen.
Neben Elias hat auch Tobias Comann verraten, was er verdient. Der Mann arbeitet als Fluglotse am Hamburger Flughafen. Laut der „Zeit“ bekommt er monatlich etwa 8000 Euro. Er findet sein Einstiegsgehalt gerechtfertigt. „Ich habe die gleiche Verantwortung wie jemand, der den Job schon 20 Jahre macht und arbeite auf dem gleichen Niveau.“
Handwerker haben einige berufliche Vorteile
Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt Elias' Gehalt fast 840 Euro unter dem Durchschnitt für Vollbeschäftigte Zimmerer in Baden-Württemberg. Dagegen verdient er in 32 Stunden mehr als die durchschnittliche Vollzeitkraft für seinen Beruf in Sachsen. Trotz der Ost-West-Differenzen haben Menschen, die sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden, zahlreiche berufliche Vorteile:
- Gefragt wie nie: Im Lichte des Fachkräftemangels können sich ausgebildete Handwerker ihre Arbeitsstelle oft aussuchen. In der Schweiz stiegen die Stellenanzeigen für Elektroniker und Anlagenbauer um 710 und 362 Prozent.
- Reicher als Akademiker: Das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) errechnete, dass Meister bis zu ihrem 60. Geburtstag mehr verdient haben als Akademiker. Danach hat der durchschnittliche Uni-Absolvent allerdings die Nase vorn.
- Home-Office: Unter dem Stichwort „Telepräsenz“ sollen Handwerker manche Aufgaben künftig von Zuhause aus durchführen können.